Robert Enke

Trotz der Gefahr mir mit meinem ersten Eintrag gleich mal Feinde zu schaffen, oder vielleicht sogar deswegen muss ich das jetzt trotzdem mal los werden. Und dafür ist so ein blog ja da.

Robert Enke ist tot. Und was soll ich sagen, es is mir scheiss egal. Jedem seine Meinung wird da hoffentlich die erste Reaktion des Lesers sein, eventuell auch sowas wie "Der Depp interessiert sich ja eh nich für Fussball". Meine Frage allerdings ist: Wieso sind alle so betroffen ? In Afrika sterben täglich ein paar tausend Kinder an Krankheiten und Unterernährung (einfach mal googlen da gibts sicher ein paar Statistiken die alle von sich behaupten sie haben die toten Kinder alle gezählt) und niemand hier in Deutschland kümmerts. Mich persönlich eingeschlossen. Wieso auch? Ich habe diese Kinder nie getroffen mein Leben geht genauso weiter ob sie da sind oder nicht. Die Frage die mir dabei aufkommt, wieso is das jetzt bei Robert Enke anders ? Ich habe den Menschen nie getroffen und ich wette 90% der jetzt ach so betroffenen Deutschen auch nicht. Und ich frage mich jetzt wessen Leben sich wirklich ändert, nur weil jetzt jemand anders im Tor der Deutschen Nationalelf steht. Ich spreche jetzt hier nicht von seiner Familie, seinen Freunden oder der Deutschen Mannschaft, von denen ich mal hoffe dass keiner von ihnen diesen Blog hier liest (Worüber ich mir im übrigen ziemlich sicher bin) da ich ja nicht hier deren Gefühle verletzen will. Ich bin schliesslich als zurückhaltender und rücksichtsvoller Mensch bekannt. Aber Warum nur trauern jetzt alle um einen Menschen den sie gar nicht kennen? Nur weil er in der Öffentlichkeit steht? Dann möcht ich bitte die selbe trauer erleben wenn Georg Bull Selbstmord begeht. Kennen Sie nicht? Kein Wunder der is ja auch nur Headcoach von den Mannheim Tornados der wohl erfolgreichsten deutschen Baseball Mannschaft. Aber da uns Baseball in Deutschland ja egal is, wird es seine Todesanzeige maximal ins Kleingedruckte auf Seite 81 der Sport Bild schaffen. Wenn ich jetzt einsteige in das Thema wie die Medien uns unsere Interessen vorschreiben und wen wir zu betrauern haben und wen nicht, ginge das wahrscheinlich zu weit. Zumal wohl jeder halbgebildete Leser das bereits wissen sollte. Das ganze is hier ja jetzt nicht als Weckruf zu verstehen keine Medien mehr zu Konsumieren oder allem von vornherein kritisch gegenüber zu stehen. Das sind hier nur meine Gedanken und dafür darf mich jetzt jeder verurteilen und sagen ROBERT ENKE 4 LIFE NIGGAZZ !!! ach scheisse, jetzt war ich am Ende doch noch rassistisch :/ Dabei hab ich mir ganz fest vorgenommen es nicht zu sein.

Sn0r ende

12.11.09 01:14

bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sn0r (12.11.09 01:39)
weils gut zu dem Thema passt:
http://www.youtube.com/watch?v=tVACUjHn6yU


(12.11.09 17:57)
"Wenn ich jetzt einsteige in das Thema wie die Medien uns unsere Interessen vorschreiben und wen wir zu betrauern haben und wen nicht"
=> da muss ich als Medienwissenschaftler mal eingreifen: Zum einen ist die Tatsache, das Medien Wirklichkeit konstruieren nicht per se eine schlechte => ganz im Gegenteil. Und zum andern schreiben die Medien dir überhaupt nix vor.

Ah und zum Thema: Mir gehts auch am Arsch vorbei, aber dennoch hat eine Meldung zu Enke einfach einen größeren Relevantheitsgrad als die von Georg Bull - warum hast du ja schon selbst erläutert: Enke kennt man, und was man kennt ist anschlussfähig und einem von Grundauf schonmal näher.

Btw: Ich bin der erste Kommentar hier, omfg, das kann ich noch meinen Enkeln erzählen...


Sn0r (12.11.09 18:13)
kannst du nicht, da dieser post anonym verfasst wurde und somit jeder behaupten kann er wars


Egid (12.11.09 19:05)
Wieviele Medienwissenschaftler kennste denn? :D


Sn0r (12.11.09 19:25)
mindestens 3, das bist du mein bruder und der peter


Egid (12.11.09 19:34)
ah,ja den Peter kenn ich ja auch.

btw: hier ist ja hammer was los, schon 6 Kommentare, hammer.


Charly (12.11.09 20:03)
Also, man kann ja darüber denken wie man will. Ich finde, Du warst z.T. ganz schön mutig. Nur den Schluß hättest Du Dir sparen können. Worauf ich weiterhin neugirig bin, sind Deine Ideen, wie man es anders machen könnte oder sollte.


Dennis (13.11.09 15:12)
Also mein Lieber Egid: Sich als "Medienwissenschaftler" hinzustellen und zu behaupten, dass die Tatsache das Medien Realität konstruieren eher was gutes ist halte ich für SEEHHR gewagt!
Klar kann man darüber diskutieren aber ich kenn zumindest 2 Dozenten bei uns inner Kommunikationswissenschaft die da ganz anderer Meinung sind!
Und das der Fussball in Deutschland einfach einen höheren Stellenwert hat als Baseball liegt nunmal auch an der Gesellschaftlichen Idendifikation mit diesem Sport an sich und von daher sind die Nachrichtenwertfaktoren von Haus aus schon mal höher als bei Baseball, Schmitts Katze oder Uniprotesten. Aber es gibt eben immer nur eine Titelseite oder einen ersten Bericht in der Tagesschau und da muss jeder Journalist und jede Redaktion auch einfach ein stück weit die Nachfrage der Bevölkerung bedienen (Könnte ja mitm Egis jetzt noch über Gatekeeperansätze usw. streiten ). Ein Zitat eines Uni Kollegen dazu: Wenn es dich nervt, hast du immer noch die Selektionsmöglichkeit und kannst die Zeitung, den Tv Sender, die Internetseite oder was weiss ich weglegen oder wechseln.
Also mich störts nicht das so viel berichtet wird über ihn, ich kann aber auch verstehen wenn es leute gibt die ihn überhaupt nicht kannten und denen es egal is. Aber und das ist nun einfach mal so: es MUSS darüber berichtet werden!
greetz aus Augsburg


Egid (16.11.09 18:51)
Natürlich gewagt, man muss ja etwas polarisieren, ne :D aber: Im Grunde ist es doch so, die Medien konstruieren Realität (dem wird wohl noch ein jeder zustimmen) und unter den Bedingungen, wie sie sind, ist das eine notwendige Funktion - wenn es sie nicht wäre, dann wären die Medien überflüssig. Und: Man muss schon auch mal unterscheiden zwischen Kommunikations- und Medienwissenschaftlern hier, nur damit die Fronten klar sind :D
Beim Mittelteil stimm ich dir zu, zu den Selektionsmöglichkeiten kann man aber vielleicht noch aus Sn0rs Sicht sagen, dass das soo einfach nicht ist: Ich kann zwar "wegschaun" , aber dann entziehe ich mich ( weiten Teilen) der Gesellschaftlichen Diskussion. Es muss genausowenig berichtet werden wie wen der berühmte Sack Reis in China umfällt, die Vorraussetzungen im Mediensystem machen es aber um einiges Warscheinlicher. Und bb das gut ist so wie es ist, kann man immer noch diskutieren.

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